Garn


Garn

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Garn [garn], das; -[e]s, -e:
Faden, der aus Fasern gesponnen ist:
feines, dünnes, kräftiges Garn; Garn aufspulen, abspulen; sie kaufte eine Rolle Garn.
Syn.: Zwirn.
Zus.: Baumwollgarn, Häkelgarn, Nähgarn, Seidengarn, Stickgarn, Stopfgarn, Wollgarn.

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Gạrn 〈n. 11
1. aus Fasern gesponnener Faden (Baumwoll\Garn, Näh\Garn), Zwirn
2. Netz zum Vogelfang u. zum Fischen
3. 〈fig.〉 erfundene, fantasievoll ausgeschmückte Geschichte (Seemanns\Garn)
● ein \Garn spinnen 〈fig.〉 eine Geschichte erzählen; jmdm. ins \Garn gehen 〈fig.〉 sich von jmdm. überlisten lassen [<ahd. garn, engl. yarn <germ. *garna- „aus getrockneten Därmen gedrehte Schnur“; zu idg. *gher- „gedreht“]

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Gạrn [ahd. = aus Därmen gedrehte Schnur], das; -s, -e: aus Fasern u. Filamenten durch Spinnen hergestellter gedrehter Textilfaden.

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Gạrn , das; -[e]s, -e [mhd., ahd. garn, eigtl. = Darm, urspr. Bez. für die aus getrockneten Därmen gedrehte Schnur, verw. mit griech. chorde̅̓, Chorda]:
1.
a) Faden aus Fasern:
feines, dünnes, kräftiges, einfaches, zwei-, dreifaches G.;
G. ab-, aufspulen;
G. färben;
Flachs zu G. spinnen;
b) (Seew.) starker, oft geteerter Faden zum Vernähen von Segeltuch;
c) (Seemannsspr.) (bes. von einem Seemann erzählte) erfundene, fantastische, fantastisch ausgeschmückte Geschichte: meist in der Wendung [s]ein G. spinnen (eine erfundene Geschichte erzählen: der Steuermann spann sein G. vor versammelter Mannschaft).
2. (Jagdw., Fischereiw.) Netz:
das Wild ins G. treiben, locken;
jmdm. ins G. gehen (Netz);
jmdn. ins G. locken (jmdn. mit etw. [an]locken, ihm eine Falle stellen u. ihn so überlisten).

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Garn
 
[althochdeutsch eigentlich »aus Därmen Gedrehtes«],
 
 1) Seemannssprache: nach dem zum Nähen von Segeltuch benutzten (starken und oft geteerten) Faden eine im 19. Jahrhundert entstandene Bezeichnung für abenteuerliche Geschichten, die sich Matrosen erzählten, wenn sie auf See aus altem Tau- und Takelwerk Garn spannen. Seemannsgarn spinnen, abenteuerliche (unglaubwürdige) Geschichten erzählen.
 
 2) Textiltechnik: allgemeine Bezeichnung für einfache, ungezwirnte Gespinste; fachsprachlich: Sammelbegriff für linienförmige textile Gebilde. Unterschieden werden: 1) einfache Garne (Spinnfasergarne), aus Einzelfasern hergestellt und durch Drehung verfestigt; 2) Endlosgarne, aus Endlosfäden, Filamenten oder Elementarfäden mit oder ohne Drehung hergestellt; 3) Fachgarne, hergestellt aus zwei oder mehr Einzelgarnen, die parallel nebeneinander liegen; 4) Zwirn als Sammelbegriff für alle Garne, die aus Fachgarnen gewonnen werden, indem die Einzelfäden zusammen verdreht und verfestigt werden. - Ferner wird unterschieden: nach Rohstoffgruppen (pflanzliche, tierische, mineralische oder chemische Fasergarne), nach der Faserart (Baumwoll-, Leinen-, Woll-, Glasfaser-, Chemiefaser-, Haar-, Seiden-, Mischfasergarne), nach dem Spinnverfahren (Dreizylinder-, Kamm-, Streich-, Halbkamm-, OE-Air-Jet-, OE-Rotor-, OE-Friktions-, Texturier-, Umwinde- und Zwirngarne), nach dem Aussehen (Effektgarne, geraute oder glatte Garne), nach der Veredlung (gefärbte, melierte, gebleichte, gasierte, mercerisierte, filzfrei ausgerüstete, lüstrierte, paraffinierte und modifizierte Garne), nach der Verwendung (Web-, Strick-, Handstrick-, Wirk-, Näh-, Teppich-, Häkel- und Stopfgarne) sowie darüber hinaus nach Art der Drehung (S- [= links-] und Z- [= rechts-]gedrehtes Garn, hart und weich gedrehtes Garn).
 
Hier finden Sie in Überblicksartikeln weiterführende Informationen:
 
Textiltechnik: Garne
 

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Gạrn, das; -[e]s, -e [mhd., ahd. garn, eigtl. = Darm, urspr. Bez. für die aus getrockneten Därmen gedrehte Schnur, verw. mit griech. chorde̅́, ↑Chorda]: 1. a) Faden aus Fasern: feines, dünnes, kräftiges, einfaches, zwei-, dreifaches G.; G. ab-, aufspulen; G. färben; Hoechst sieht sich zu einer ziemlich unerwarteten drastischen Preiserhöhung für ... texturierte -e ... veranlasst (MM 24. 9. 76, 6); Flachs zu G. spinnen; b) (Seew.) starker, oft geteerter Faden zum Vernähen von Segeltuch; c) (Seemannsspr.) (bes. von einem Seemann erzählte) erfundene, fantastische, fantastisch ausgeschmückte Geschichte; meist in der Wendung [s]ein G. spinnen (eine erfundene Geschichte erzählen): der Steuermann spann sein G. vor versammelter Mannschaft. 2. (Jagdw., Fischereiw.) Netz: das Wild ins G. treiben, locken; *jmdm. ins G. gehen (↑Netz);jmdn. ins G. locken (jmdn. mit etw. [an]locken, ihm eine Falle stellen u. ihn so überlisten).

Universal-Lexikon. 2012.

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